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Medikamente und Magenverkleinerung – Auf was muss ich achten?

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Wir alle brauchen hin und wieder ein Medikament, sei es gegen Schmerzen, Erkältung und/oder Entzündungen oder aus anderen Gründen. Einige benötigen ein Leben lang Medikamente. Daher kann es hilfreich sein, sich auch schon vor einer Magenverkleinerung mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Doch wie ist das mit Medikamenten nach einer bariatrischen Operation. Gibt es Unterschiede zwischen einem Magenbypass und einem Schlauchmagen? Ja, die gibt es. Gerade beim Magenbypass gibt es etwas mehr zu beachten.

Nach Magenbypass

Nach einem Magenbypass heisst es in der Regel: „Sie sollten auf die Einnahme von NSAR-Medikamenten verzichten“.  Auf was bitte soll ich verzichten? Das hört sich erstmal an wie ein Buch mit Sieben Siegeln. Mindestens.

NSAR? Was ist das?

Zunächst einmal solltest du dazu wissen was ein NSAR-Medikament ist. NSAR ist ein Oberbegriff für nichtsteriodale Antirheumatika. Das sind Schmerzmittel, welche aufgrund ihrer Wirkung auch zur Rheumatherapie eingesetzt werden. Sie haben aber keinen Cortison-Effekt.

Die Nebenwirkungen dieser Medikamente können Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre sein (Ulcusbildungen).

Die Frage die sich hier stellt ist also: Kann das Medikament den Magen schädigen? Ist die Aufnahme der Wirkstoffe über den Magen-Darm-Trakt gewährleistet? Dies nennt man in der Medizin auch Resorption.

Die Frage ob das Medikament den Magen schädigt stellt sich natürlich auch für Menschen ohne Magenverkleinerung. Daher werden diese Medikamente in der Regel mit einem Magenschoner eingenommen. Nach einer Magenbypass-Operation ist es noch wichtiger darauf zu achten.

Die Magenbypass-Operation ist ein malabsorptiven Verfahren. Es soll ja bezwecken, dass aufgrund der Malabsorption nicht mehr alle Kalorien und Nährstoffe aufgenommen werden können. Nun trifft das allerdings auch auf Medikamente zu. Weniger Aufnahme der Wirkstoffe heisst auch weniger Wirkung.

Welche Medikamente sollte ich nicht mehr einnehmen?

Vor allem Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Flurbiprofen, Naproxen, Dicolfenac, Indometacin, Flufenamin-, Mefenaminsäure, Piroxicam, Tenoxicam, Lornoxicam. Natürlich gibt es auch noch andere Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen, welche als NSAR gelten. Genauere Auskunft erhältst du auf Nachfrage auf jeden Fall in der Apotheke.

Bei Kombi-Präparaten solltest du ebenfalls vorsichtig sein. Frag lieber noch einmal nach. Kombi-Präparate können auch einen der vorher genannten Wirkstoffe enthalten.

Das bezieht sich aber immer auf die Tablettenform oder auf Injektionslösungen. Bei Hautgelen, Salben oder Augentropfen ist es nicht relevant ob der Wirkstoff enthalten ist. Da da Hautgele, Salben oder Augentropfen den Magen-Darmtrakt nicht durchlaufen.

Jetzt weißt du welche Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen den NSAR-Medikamenten zugeschrieben werden. Es wird für dich aber wahrscheinlich nicht so einfach sein ein Medikament zuzuordnen. Es sei denn du hast eine Ausbildung als Arzt, Apotheker, Pharmaassistent oder Pflegefachkraft oder sonst einen Beruf, der dir dieses Wissen ermöglicht hat.

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Liste NSAR-Medikamente

Es ist gar nicht so einfach sich nur auf die Wirkstoffe zu konzentrieren. Es ist einfacher wenn du weisst, um welche Medikamente es sich handelt. Zumindest geht mir das bis heute so. Wirkstoffe merke ich mir immer in Kombination mit 1-2 Medikamenten. Ich habe versucht eine Liste mit gängigen und selteneren Medikamente zu erstellen. Diese ist sicherlich nicht vollständig und soll nur einen Auszug zeigen. Wichtig zu wissen ist auch: Nicht jedes Medikament wird unter dem gleichen Handelsnamen/Präparatnamen geführt. Das heisst das ein Medikament in Schweiz anders heissen kann als in Deutschland. Und in Österreich heisst es vielleicht wieder ganz anders. Dies trifft natürlich auch auf andere Länder zu. Deswegen kann es dennoch hilfreich sein, sich den Wirkstoff zu merken.

Acesal Ecofenac Ponstan
Aktren Felden Primofenac Retard
Aleve Froben Proxen
Algifor Indometacin ret. Sonotryl
Apranax Inflamac Spiralgin
Arthrotec Mefenacid Strepsils Dolo
Aspirin Mephadolor Tilcotil
Brufen, IBU, Irfen, Nurofen Naproxen mepha Voltaren
Celebrex Olfen Xefo
Diclac Pirosol
Dolo Spedifen forte Piroxicam

Liste Medikamente mit Wirkstoffkombinationen:

(ich habe nur die Wirkstoffe angeben, welche ich vorher genannt habe)

Amavita Doloprin ASS Cardio Ibuprofen-L
Arthotrec Bitabs Contra Schmerz Plus Neuralgin
Asantin ret Duoplavin Vimovo

Wenn du ausschliesslich einen der oben genannten Wirkstoffe verträgst, dann halte unbedingt Rücksprache mit deinem Arzt. Mit einem Magenschoner können diese Medikamente über einen kurzen Zeitraum oftmals trotzdem eingenommen werden. Bei einer Langzeittherapie ist es auf jeden Fall ratsam, das Ganze immer wieder neu zu überprüfen.

Und was ist jetzt erlaubt?

Ich möchte dir aber auch Alternativen vorstellen. Es hilft ja nichts, wenn du ausschliesslich die Medikamente kennst, welche du nach Möglichkeit nicht einnehmen solltest.

Hier ein kleiner Auszug von Medikamenten welche gehen:

Acetalgin Doloran Valoron
Be-u-ron Mydocalm Vicks Grippal C Brausetabl.
Buscopan Novalgin, Metamizol Vicks Medinait
Dafalgan Tramal, Tramadol Zalidar

Schlauchmagen und Medikamente

Auch beim Schlauchmagen / Sleeve wird in der Regel empfohlen auf NSAR Medikamente zu verzichten. Es können aber viele der Medikamente dennoch eingenommen werden z.B. mit einem Magenschoner.

Frag vorher in jedem Fall immer deinen Arzt und/oder Apotheker, bevor du Medikamente einnimmst.

Gerade wenn du du unsicher bist. Nach einigen Jahren kann es schon mal untergehen zu erwähnen, dass man eine Magenverkleinerung hatte. Oder Du denkst vielleicht gar nicht mehr daran, dass du bestimmte Wirkstoffe nicht unbedingt einnehmen solltest. Gerade dann, wenn selten Medikamente benötigt werden. Ich habe für Notfallsituationen eine Hinweiskarte (Magenbypass-Ausweis/Magenbypass-Noffallkarte) in meinem Portemonnaie. Es ist hilfreich diese zusammen mit der Versichertenkarte am selben Ort aufzubewahren.

Alles Liebe

Alex

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