Mailänderli
1. Dezember 2016
Granola
8. Dezember 2016

Was ist das überhaupt und warum klingt das so fremd und kompliziert? Warum Bariatrie?  Bariatrisch? Was versteht man darunter? Wie steht das in Zusammenhand mit bariatrischer Operation? Wenn man das so liest oder hört dann kann man schon leicht der Meinung sein, dass es sich nach Dingen anhört, die man doch eigentlich gar nicht haben will. Oder doch?

Was sich hinter dem Begriff Bariatrie verbirgt …

Vielleicht ein neues Gericht? Eine spannende Reise oder ein neu zu entdeckendes Land?

Eigentlich ziemlich viel Reise und Neuland. Denn, Bariatrie meint nichts anderes, als ein Spezialgebiet der Medizin, in das viele Fachbereiche integriert sind. Das Hauptthema heisst Übergewicht und insbesondere Adipositas (Fettsucht). Es befasst sich mit der Behandlung, Vorbeugung und Ursachen von Übergewicht. Aber auch mit der Epidemiologie – also den Ursachen und Folgen von gesundheitlichen Ereignissen und Zuständen für eine Bevölkerungsgruppe.

Aus dem griechischen abgeleitet

Bariatrisch heisst einfach die medizinische Behandlung von Übergewicht. Es wird aus dem griechischen Wort baros abgeleitet, was übersetzt schwer bedeutet.

Wenn das Skalpell zum Einsatz kommt

Die Bariatrische Chirurgie wiederum ist ein Teilgebiet der Chirurgie. Hier geht es um Eingriffe welche eine Reduktion des Körpergewichts beeinflussen bzw. erleichtern sollen. Es geht dabei noch nicht um die Operationsmethode – sondern nur um den Eingriff Verkleinerung des Magens oder Teilresektion des Dünndarms an sich.

Bariatrische Chirurgie wird dem Fachgebiet Viszeralchirurgie zu geordnet, da dieser Fachbereich für die Behandlung der Organe im Bauchraum zuständig ist. Dazu gehören neben dem Magen und Darm auch Speiseröhre, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Milz.

Verschiedene Methoden

Es gibt verschiedene Operationsmethoden um dem Ziel Gewichtsabnahme näher zu kommen.  Zum einen die „restriktiven“ Methoden, welche das Magenvolumen verringern. Hierzu zählen das Magenband und der Magenballon. Zum anderen „malabsorptive“ Methoden, welche dazu führen, dass du weniger Nahrung und damit weniger Kalorien zu dir nimmst.

Roux-en-Y-Magenbypass

Die am häufigsten angewandte Methode ist der Roux-en-Y-Magenbypass. Hierbei wird der Magen deutlich verkleinert, in dem aus dem oberen Teil des Magens ein sogenannter Pouch gebildet wird. Der Dünndarm wird umgeleitet. Das heisst, durch den kleineren Magen kannst du nur noch sehr wenig Nahrung aufnehmen. Durch die Umleitung des Dünndarms kann ein Teil der Kalorien wie z.B. Fette und Zucker nicht mehr verdaut werden. Der Restmagen verbleibt im Körper und kann weiterhin Verdauungssäfte produzieren. Bedingt durch die Umleitung des Dünndarms vermengen sie sich erst später im Dünndarm mit der Nahrung . Der Roux-en-Y-Magenbypass wird auch als malabsorptives Verfahren bezeichnet. Das kommt daher, dass die verminderte Aufnahmemöglichkeit von Kalorien, Fetten, Zucker und Nährstoffen als Malabsorption bekannt ist.

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Schlauchmagen / Sleeve

Bei dieser Methode wird ein Teil des Magens vollständig entfernt. In der Regel bleib ein 2 – 3 cm langer Schlauchmagen. Dadurch kannst du sehr viel weniger Nahrung aufnehmen. Das Sättigungsgefühl setzt daher schneller ein. Der Darm wird nicht verlegt. Der Schlauchmagen kann später zu einem Magenbypass umgebaut werden, wenn dies erforderlich sein sollte.

Omega-Loop-Bypass (Mini-Bypass)

Der Unterschied zum Roux-en-Y-Bypass ist der, dass der Magenpouch welcher gebildet wird etwas grösser bleibt. Ausserdem wird der Dünndarm nicht durchtrennt, sondern ca. 2 m hinter dem Ende des Zwölffingerdarms mit dem Pouch verbunden.

Was bei allen Methoden gleich bleibt

Egal welche Methode letztlich zum Einsatz kommt, die lebenslange Kontrolle und Begleitung durch kompetente Fachärzte haben alle gemeinsam. Eine solche Operation setzt voraus, dass du bereit bist zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel, Mineral- und Vitaminpräparate zu dir zu nehmen. Denn durch die verminderte Nährstoffaufnahme kann es sonst zu gravierenden Mängeln kommen. Es setzt weiter voraus, dass du bereit bist deine Gewohnheiten zu ändern und auch in Sachen Ernährung und Bewegung umdenkst.

Regelmässige Kontrollen

Die regelmässigen Kontrollen des Blutbildes und die Vorstellung beim Hausarzt oder im Adipositas Zentrum sollten fester Bestandteil des Terminkalenders sein. Die Abstände sind am Anfang häufiger (ca. alle 3 Monate oder kürzer) und werden dann länger (alle 6 – 12 Monate). Dies wird der behandelnde Arzt individuell mit seinem Patienten festlegen. Wichtig ist, dass du auch selber darauf achtest, dass die Kontrollen in regelmässigen Abständen stattfinden. Nur so können Mängel rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Welche Operationsmethode ist die richtige für mich?

Hierüber sollte dich dein Arzt aufklären. Er sollte dich über die verschiedenen Methoden informieren und diese auch mit dir besprechen. Welche Methode letztlich möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Wenn du dich vorab schon informiert hast, kannst du deinen Arzt darauf ansprechen. Stell alle Deine Fragen, auch dann, wenn einige erst im Nachhinein kommen. Das ist völlig normal. Wenn du etwas nicht verstanden hast, dann hab keine Scheu noch einmal zu fragen.

Die Entscheidung für eine solche Operation muss wohl überlegt und durchdacht sein. Du musst voll und ganz dahinterstehen können. Wenn Du unsicher bist oder keine Vertrauensbasis da ist, dann hol dir eine zweite Meinung bzw. lass dich an einen anderen Operateur überweisen. Nimm dir die Zeit dich in Ruhe damit auseinanderzusetzen.

Klingt alles ganz kompliziert und ist es auf eine Art auch. Aber – wie eingangs erwähnt – es ist eine spannende Reise auf der es noch vieles zu entdecken und zu erforschen gibt.

Ich wünsche dir eine gute Entscheidung. Vor allem für eine Methode, die für DICH stimmt. Nicht immer heisst diese zwingend Operation.

Alles Liebe

Alex

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